Mackmyra / Gruvguld / 46,1% Vol.

Heute Morgen brachte der nette DHL Bote mir diesen Mackmyra. Lokal ist er leider nicht zu bekommen, und ich hatte das Glück diesen in einer Auktion für einen guten Kurs zu erwerben.

Da ich eine Abneigung gegen geschlossene Flaschen habe, hab ich ihn also auch direkt aufgerupft.

Eine Spezialität von Mackmyra sind die Reserve Fässer mit einem Volumen von 30 Litern. Die nutzt Mackmyra unter anderem dazu, dass sich jeder ein solches Fass zulegen und nach seinen Wünschen belegen kann. Von normalen EK Fässern (frische Schwedische Eiche) über klassische Sherry Fässer bis hinzu zu einem rauchigen Moltebeer Fass. Es ist nahezu jeder Wunsch erfüllbar. Gelagert werden die Reserve Fässer in Bodas, der Mackmyra Whisky Mine.

Der Gruvguld ist eine „Huldigung“ an diese Fässer. Er reifte in Fässern von maximal 128 Litern Volumen, jedoch reifte mehr als die Hälfte des Gruvguld in den Reserve Fässern.

Optisch funkelt heller Bernstein im Glas. Der Dram klebt fast an ebendiesen. Die ersten würzigen Anklänge kommen mir entgegen. Zunächst gibt er sich sehr verwoben und lässt lediglich eine Eichenwürze erahnen. Ich gebe Ihm mehr Zeit. Knappe 20 Minuten später hat sich der dichte Teppich gelegt und gibt nun nach und nach neben der Eiche noch Anis, Beeren, Apfel, warme Vanillesoße und karamellisierten Zucker frei. Die Beeren entpuppen sich als schwarze Johannisbeeren. Was nun präsenter ist, die Fruchtigkeit oder das Würzige, lässt sich schwer sagen. Es wogt hin und her. Mir gefällt es persönlich sehr gut. Diese Uneinigkeit.

Der Gaumen vernimmt zunächst ebenfalls ein dichten würzigen Teppich. Scheint wohl Taktik zu sein. Beim zweiten Schluck eröffnet der Whisky seine Aromen Schau. Dezente Tabak Noten paaren sich mit der vorhin so prägnanten schwedischen Eiche. Zunächst trocken, wird nun der Speichelfluss angeregt. Und fördert leicht säuerliche schwarze Johannisbeeren zu Tage. Äpfel und Birnen runden das Fruchtige zunächst ab, denn es kommt ein Geschmack zum Vorschein den ich kurz Umschreiben muss: Kennt ihr diesen Geruch nach dunklen, durch die Sonne aufgeheizten, harzigen Holzbrettern? Diese habe ich oft in den Bergen bei den Hütten. Ein toller eigenartiger Geruch, welchen ich nun auf der Zunge habe…. Die Beeren und Äpfel kommen nun kurz wieder um den Abgang einzuläuten. Für einen Mack ist dieser, wie ich finde, sehr lang und würzig.

Für mich ist der Gruvguld einer der besten „normalen“ Abfüllungen aus Gävle. Dieser wird nur noch von den Reserve Fässern getoppt.

Skol

Euer André

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